Einen geliebten Menschen durch Trennung oder Tod zu verlieren, gehört nachweislich zu den belastendsten Erfahrungen in unserem Leben. Während bei einer Trennung die Möglichkeit eines späteren Kontaktes erhalten bleibt, verstärkt die Endgültigkeit des Todes und die Unvermeidlichkeit des Abschieds den Schmerz deutlich. Diese Empfindungen werden oft ausgedrückt in Sätzen wie: „Er/sie fehlt mir.“, „Was soll ich jetzt ohne ihn/sie anfangen?“ oder einfach der Frage: „Warum?“. 

Kein Bereich des Lebens bleibt unberührt und gibt den Betroffenen das Gefühl, dass ihnen nichts mehr geblieben ist, an dem sie Orientierung und Halt finden können. Oftmals bedeuten Trennung oder Tod auch eine ganz reale Veränderung der Lebenssituation: die Neuorganisation des Alltags, Veränderungen der vertrauten Wohn- und Lebensverhältnisse sowie der sozialen Umgebung und Aktivitäten. Stellt das soziale Umfeld bestimmte Erwartungen an die Person, wie sie mit ihrer Trauer „am besten“ umzugehen hat, kann auch dies belasten.

Begleitung und Unterstützung

Für Sie da zu sein: Die Möglichkeit zu haben, frei über alles zu sprechen, was Sie beschäftigt und belastet, mit einer Person, die neutral und einfühlsam ist.

Ihnen die Sicherheit zu geben, Ihre ganz persönliche Form der Trauer zu finden, da jeder Mensch seine eigene Art hat, einen Verlust zu verarbeiten. Dazu gehört auch Unterstützung darin, Ihre ganz eigenen Kräfte, Fähigkeiten und Erfahrungen hierfür einzusetzen.

Mit Ihnen die Möglichkeiten auszuloten, wie Sie mit der Erfahrung des Verlusts umgehen wollen: Was nehme ich mit von dieser Person und unserer gemeinsamen Zeit? Wo sehen Sie vielleicht Möglichkeiten von Neuem oder Wiederentdecktem, das auch langsam wachsen darf. 

Trauerarbeit ist immer ein Prozess, in dem es unterschiedliche Phasen gibt. Die jeweiligen Gefühle und Stimmungen anzunehmen und zu akzeptieren, wie immer sie sein mögen, ist ebenso wichtig wie das Zulassen der Möglichkeit, dass die Trauer irgendwann bewältigt werden kann und darf.

Für viele Menschen ist auch entlastend, sich bewusst zu machen, dass sie sich nicht mit allen Erfordernissen, die ein solches Ereignis mit sich bringen kann, sofort oder überhaupt auseinandersetzen müssen, also ihren Handlungsspielraum und ihre Freiheit der Entscheidungen aktiv zu nutzen.