Prinzip

Jede soziale Gemeinschaft basiert auf dem Prinzip des Ausgleichs. Wir führen gleichsam ein inneres Konto, in dem Geben und Nehmen aufgerechnet werden. Wenn es ins Minus gerät, können Schuldgefühle entstehen, die sich extrem belastend auf das gesamte Leben auswirken können. Oft haben Betroffene das Gefühl, in ihrem Leben auf der Stelle zu treten, nie Glück zu haben oder immer nur Negatives zu erleben. Trotzdem können sie nicht anders als weiter zu machen.

Wodurch gerät unser inneres Konto ins Minus?

Ein Fehler, der nicht mehr ungeschehen gemacht werden kann, für den aber Wiedergutmachung gefordert wird (z.B. wenn man jemandem einen Schaden zugefügt hat), 

Leistungen und Geschenke, für die eine Gegenleistung erwartet wird,

das Übertragen ungerechtfertigter Verantwortung (z.B. wenn Kinder sich über Gebühr um Geschwister kümmern oder als Partnerersatz fungieren müssen),

Unglück („Deinetwegen musste ich heiraten!“), 

Unzufriedenheit („Wenn Du nicht wärst, hätte ich  …“),

das vermeintliche Verschulden von Tod (z.B. Kinder, bei deren Geburt die Mutter gestorben ist), 

das eigene Leben/Glück, das auf dem Nachteil oder Schaden eines anderen „aufbaut“, 

das Einfordern, Bindungen aufrecht zu erhalten, solange die Schuld nicht ausgeglichen wurde (z.B. Partner oder Eltern, denen man viel zu verdanken hat).

Die Folge: Ausgleichsbemühungen

Leistungen für andere. Der Wunsch, Schuld durch einen hohen Einsatz für andere wieder gutzumachen, hat zur Folge, dass eigene Interessen und Bedürfnisse vernachlässigt werden. Deren Befriedigung ist erst dann erlaubt, wenn der andere zufrieden gestellt ist, was in der Regel aber nicht geschieht.

Sich zurücknehmen. Bedeutet, sich selbst immer hintan zu stellen, weil man meint, kein Recht auf die Erfüllung eigener Bedürfnisse zu haben. Dies kann berufliche oder private Ambitionen, geschweige denn Erfolg, ebenso betreffen wie die legitimen Wünsche nach Anerkennung, Selbstverwirklichung und Glück.

Sich aus der sozialen Gruppe entfernen. Der Ausgleichsversuch besteht hier in einer Trennung durch Schaffung einer räumlichen Distanz (z.B. Aus- oder Wegzug in eine andere Stadt, Beziehungsabbruch) oder einer oft drastischen Veränderung der Lebensweise. Erhofft wird eine Art Freisprechung.

Hypnose

Soweit Betroffenen ihre Schuldgefühle überhaupt bewusst sind, wissen diese zwar, dass sie nicht schuldig sind, was aber weder an den Ursachen noch den Folgen etwas ändert. Der eigentliche Kern bleibt im Verborgenen.

Mit Hilfe in der Praxis bewährter hypnotherapeutischer Verfahren ist es möglich, die Entstehung von Schuldgefühlen nach zu verfolgen und damit ein Verständnis für deren Entwicklung zu schaffen. Oftmals ist es für deren Bewältigung wichtig, zunächst Verständnis dafür zu entwickeln, dass es in der Regel Situationen oder Ereignisse waren, für die die Betreffenden überhaupt keine adäquaten Umgangsweisen haben konnten.

Erst die Klärung, was genau die Schuldgefühle ausgelöst hat, ermöglicht eine Veränderung der Sichtweise und das Erkennen und Realisieren von Alternativen, die entlastend und heilend wirken.