Allgemein

Unter einer posttraumatischen Belastungsstörung versteht man eine verzögerte Reaktion auf ein extrem belastendes Ereignis, einer unmittelbaren Lebensbedrohung oder Situationen katastrophalen Ausmaßes. Sowohl einmalige Erlebnisse wie schwere Unfälle, Gewalterfahrungen oder Naturkatastrophen können sie auslösen als auch länger andauernde Extremsituationen wie Kriegstraumata, krankmachende Arbeitsbedingungen oder Schwersterkrankungen naher Angehöriger. Bei durch Menschen verursachten Traumata ist das Erkrankungsrisiko allerdings deutlich höher als z.B. bei Naturkatastrophen, Bränden oder Unfällen.

Charakteristisch für eine PTBS sind tiefgehende Gefühle von Hilflosigkeit und Kontrollverlust, weil man sich der Situation ungeschützt ausgeliefert fühlt; das Selbst- und Weltverständnis wird nachhaltig erschüttert. 

Die typischen Symptome

Das Wiedererleben der Auslösesituation in Form von Erinnerungen, Flashbacks und Alpträumen; Vermeidung von allem, was Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnte; Erinnerungslücken; Apathie, Gleichgültig- und Teilnahmslosigkeit gegenüber dem sozialen Umfeld; Schlafstörungen, Reizbarkeit, Zittern, Konzentrationsstörungen, übermäßige Wachsam- und Schreckhaftigkeit; Angstzustände, Einbruch der Leistungsfähigkeit und Schwierigkeiten, den Alltag zu bewältigen.

Behandlung

Meiner Erfahrung nach laufen in den entsprechenden Situationen im Organismus – einschließlich der empfundenen Angst – auf kognitiver, emotionaler und körperlicher Ebene die Abläufe ab, die das Überleben sichern. Der Wunsch, wieder normal zu leben und das Erlebte zu vergessen, ist gesund und hat wahrscheinlich einen Anteil daran, dass dies eine Weile auch gelingt. Hinzu kommt, dass nicht jeder Mensch an einer PTBS erkrankt.

Ausgehend von der Annahme, dass der Organismus trotzdem in einer Art Alarmzustand verbleibt (s. Symptome), ist eine der vorrangigen Aufgaben, ihn  wieder auf ein normales Niveau herunter zu regulieren. Je nach Bedarf gehören hierzu eine Neubewertung des Traumas unter Einbezug der persönlichen Ressourcen, die Aufarbeitung der erlittenen emotionalen Verletzungen und die Veränderung ungünstiger Denkstrukturen. Ebenfalls entlastend und heilend kann ggf. eine Einordnung des Geschehens in den Lebenskontext sein.