Welche Formen von Angststörungen gibt es?

Zu den häufigsten Angststörungen gehören:

Agoraphobie

Über den eigentlichen Wortsinn ‚Angst vor großen Plätzen‘ ist damit die Angst gemeint, das Haus zu verlassen, sich in der Öffentlichkeit aufzuhalten, Geschäfte zu betreten, einzukaufen, sich in großen Menschenmengen aufzuhalten, allein zu reisen usw. Die Angst besteht darin, einen Angstanfall zu erleiden, dem man an einem fremden Ort hilflos ausgeliefert ist.

Häufige Folge ist ein Vermeidungsverhalten, d.h. der Verbleib zu Hause, der die Angst zwar mindert, aber oft einhergeht mit sozialer Isolation. Die zunehmende Abhängigkeit von Bezugspersonen kann ein weiteres Problemfeld beinhalten ebenso wie die zunehmende Depressivität. Eine Agoraphobie geht häufig mit Panikattacken einher.  

Panikstörung

Das wesentliche Merkmal der Panikstörung ist das plötzliche und unvorhersehbare Auftreten schwerer Angstattacken, verbunden mit intensiven körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühle, Schwindel und Entfremdungsgefühle. Ferner können auftreten die Furcht zu sterben, vor Kontrollverlust, Unwirklichkeitsgefühle oder die Angst, wahnsinnig zu werden.

Die Angst setzt sehr schnell ein und steigert sich innerhalb von Minuten zu ihrem Höhepunkt; ihre Dauer kann Minuten bis einige Stunden betragen.

Da die Ängste sehr intensiv sind und die Betroffenen nicht wissen, wann und wo sie die nächste Panikattacke ereilen könnte, führt diese Angststörung sehr schnell zu Erwartungsängsten und massiven Lebenseinschränkungen. Ständige Anspannung und Sorge bestimmen den Alltag, auch hier findet oftmals ein sozialer Rückzug statt.

Soziale Phobien

Hier sind alle Situationen gemeint, in denen Betroffene die Befürchtung haben, von anderen Menschen prüfend beobachtet und negativ bewertet zu werden, weil sie befürchten, zu versagen oder sich lächerlich zu machen.  Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Ängste bei nachvollziehbaren Anlässen (Bsp. Prüfungen) auftreten oder in ganz alltäglichen Situationen (z.B. in Geschäften, beim Essengehen). Damit verbunden können Beschwerden wie Erröten, veränderte Stimme, Händezittern, Schweißausbrüche, Schwindel, Übelkeit, Atemnot, Herzrasen oder -klopfen oder Drang zum Wasserlassen sein. Wegen der Heftigkeit der vegetativen Symptome werden diese oft als Ursache angesehen. Als Folge können auch hier Vermeidungs- und Rückzugsverhalten sowie Panikattacken auftreten.

Spezifische Phobien

Damit sind die Ängste gemeint, die in einer eng definierten Situation oder bei bestimmten Objekten auftreten. Phobische Reaktionen können sich prinzipiell auf alles und jedes richten. 

Die häufigsten Phobien sind:

Tierphobien (z.B. Spinnen, Hunde, Schlangen, Mäuse, Insekten)

Situative Phobien (z.B. Flugangst, enge /geschlossene Räume, Höhe, Tunnel, Dunkelheit)

Natur Phobien (z.B. Donner, Wasser, Wald, Naturgewalten)

Angst vor Blut, Spritzen, Verletzungen, Zahnarztbesuch.

Wiewohl die Einsicht, dass die Angst unangemessen ist, vorhanden ist, stellt die entsprechende Situation /das Objekt eine starke Belastung dar. Eine Behandlung ist dann angezeigt, wenn das Leben des Betroffenen stark eingeschränkt wird.