Alkoholsucht

Warum jemand zum Alkoholiker wird, weiß man nicht. Fest steht jedoch, dass jeder Mensch von Alkoholsucht betroffen sein kann.

Der Wunsch vieler Alkoholiker, kontrolliert und mit Genuss trinken zu können - wie dies die meisten Menschen können – ist eine Illusion. Alkoholsucht ist eine Krankheit, sie besteht lebenslang, und die bislang einzige Therapie besteht in der Abstinenz. Merkmale sind:

Ein Alkoholiker kann nicht selbstbestimmt aufhören zu trinken, er trinkt ausschließlich um der Wirkung willen, er trinkt mit der Zeit immer mehr. 

Gleichzeitig ignoriert er alle Warnsignale, körperliche Beschwerden, Blackouts oder redet sich ein, er könne ja jederzeit aufhören. 

Er entschuldigt Fehlverhalten und Versäumnisse. 

Er vermeidet notwendige Entscheidungen und Auseinandersetzungen mit sich, seinen Gefühlen und seiner Umwelt. 

Auch wenn er glaubt, sein Leben im Griff zu haben (weil noch alles funktioniert), hat der Alkohol längst die Kontrolle darüber übernommen. 

 

Die Einsicht, alkoholabhängig zu sein, kommt meist erst dann, wenn etwas Gravierendes geschehen ist: der Partner trennt sich, man verliert seinen Arbeitsplatz oder bekommt gesundheitliche Probleme. Diese Ereignisse können ein Neuanfang sein.

Sich einzugestehen, alkoholabhängig zu sein, ist ein großer Schritt in Richtung Gesundung, doch es ist noch etwas sehr viel Wichtigeres:
Indem man akzeptiert, Alkoholiker zu sein, fängt man an, sich selbst gegenüber gerecht zu werden.

Hilfe und Unterstützung

Allerdings brauchen Alkoholiker in der Regel Hilfe, um ihren Wunsch, mit dem Trinken aufzuhören, Realität werden zu lassen. Unterstützung zu finden, ist insofern einfach, als es ein Netz unterschiedlicher und für jeden erreichbarer Möglichkeiten gibt. Hier möchte ich nur die Selbsthilfegruppen hervorheben:  Ihre Wirksamkeit gründet sich vor allem darauf, dass die Mitglieder diese Sucht aus eigenem Erleben kennen und besser verstehen als Nicht-Betroffene, und es eine Beziehung unter Gleichen ist.

Der Ansatz meiner Arbeit besteht darin, dass ich glaube, dass jede Sucht in die persönliche Geschichte und Lebenssituation der Betroffenen eingebettet ist. Sie muss in ihrer Einzigartigkeit gesehen und verstanden werden, damit daraus die passenden Hilfen erwachsen können. 

Dazu gehören die Klärung von Belastungen, ungünstigen Mustern, einflussreichen Familienverhältnissen sowie das Ausloten von Neuorientierungen und Veränderungen in den Lebensinhalten und –zielen. Hilfen aus der Therapie von Suchtkrankheiten sind ebenfalls Bestandteil meiner Arbeit. 

An welchem Punkt Ihrer Entwicklung stehen Sie?